International

Liveticker zum Ukraine-Krieg: Russische Truppen rücken auf Slawjansk vor

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen. Hier lesen Sie die neuesten Entwicklungen.
Liveticker zum Ukraine-Krieg: Russische Truppen rücken auf Slawjansk vorQuelle: AFP © GENYA SAVILOV / AFP
  • 4.07.2022 06:57 Uhr

    06:57 Uhr

    Nach Befreiung von Lissitschansk: Russische Truppen rücken auf Slawjansk vor

    Nach der Befreiung der Großstadt Lissitschansk im Osten der Ukraine rücken die russischen Streitkräfte auf den Ballungsraum um Slawjansk vor. Der ukrainische Generalstab teilte am Montag in Kiew mit, dass russische Einheiten versuchten, die Kontrolle über mehrere Ortschaften nördlich und nordöstlich von Slawjansk zu erlangen.

    Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij erklärte nach der neuerlichen militärischen Niederlage unterdessen, dass sich seine Truppen auf dem Vormarsch befänden. Lissitschansk sei noch nicht verloren:

    "Wenn das Kommando unserer Armee Menschen von bestimmten Punkten der Front abzieht, wo der Feind den größten Feuervorteil hat, insbesondere Lissitschansk, bedeutet das nur eins: Dass wir dank unserer Taktik, dank der verstärkten Versorgung mit modernen Waffen zurückkommen werden."

  • 3.07.2022 23:00 Uhr

    23:00 Uhr

    Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!

  • 22:30 Uhr

    IOC-Präsident Thomas Bach in Kiew

    IOC-Präsident Thomas Bach traf sich laut dpa mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij. Dabei begrüßte Selenskij den Ausschluss russischer und weißrussischer Sportler von vielen Turnieren.

    Der deutsche IOC-Präsident wiederum versicherte Kiew der Solidarität des Internationalen Olympischen Komitees. "Wir unterstützen sie so, dass wir eine starke, erfolgreiche, stolze ukrainische Olympia-Nationalmannschaft bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris und den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina sehen können", sagte er. Praktisch bedeutet das eine Verdreifachung der Mittel für mögliche ukrainische Olympiateilnehmer.

    Das IOC hatte bereits 2018 die russische Nationalmannschaft von der Teilnahme an olympischen Spielen ausgeschlossen; damals wurde das mit Doping begründet; dem Ausschluss ging eine von US-amerikanischen Institutionen getragene Kampagne voraus. Seitdem dürfen russische Sportler nur noch unter einer neutralen Fahne an den Spielen teilnehmen.

    IOC-Präsident Thomas Bach hatte erst Anfang Juni dieses Jahres auf einer Veranstaltung erklärt, die Verbände sollten sich nicht von der Politik beeinflussen oder instrumentalisieren lassen. Er wandte sich insbesondere gegen den völligen Ausschluss russischer Sportler in Wimbledon.

    "Wenn sie dieses Tor öffnen, sind es heute Russland und Belarus, morgen ist es ihr Land, es gibt kein Land auf der Welt, das von jeder anderen Regierung geliebt wird", zitierte ihn damals die Welt.

  • 20:55 Uhr

    Russland leitet Untersuchung zu Belgorod-Angriff ein

    Das Ermittlungskomitee der Russischen Föderation, das dem Generalstaatsanwalt unterstellt ist, hat am Sonntag mitgeteilt, dass es nach dem mutmaßlichen Beschuss von Belgorod durch ukrainische Truppen ein Strafverfahren wegen Mordes und versuchten Mordes eröffnet habe. In der Mitteilung heißt es:

    "Die Hauptuntersuchungsdirektion des russischen Ermittlungskomitees eröffnete ein Strafverfahren wegen Tötung von zwei oder mehr Menschen (Teil 2, Artikel 105 des russischen Strafgesetzbuches) und versuchten Mordes an zwei oder mehr Menschen (Teil 3, Artikel 30 und Teil 2, Artikel 105 des russischen Strafgesetzbuches) nach dem Beschuss von Belgorod durch ukrainische Truppen."

    Die Behörde ergänzte:

    "Am 3. Juli eröffneten die ukrainischen Streitkräfte das Feuer auf die zivile Infrastruktur in einer Siedlung in der Region Belgorod mit dem Ziel, Zivilisten zu töten."

    Infolge des Beschusses seien drei Menschen getötet worden, zwei weitere gelten als vermisst, darunter ein Kind. Vier Zivilisten, darunter ein Kind, sind Berichten zufolge verwundet worden. Neununddreißig Privathäuser und elf Wohnhäuser seien beschädigt, ein Haus zerstört worden.

  • 20:09 Uhr

    Kiew gesteht doch noch Einnahme von Lissitschansk durch russische Truppen

    Nach wochenlangen Gefechten zieht sich die ukrainische Armee aus der Stadt Lissitschansk in Lugansk zurück. Dies teilte der Generalstab in Kiew am Sonntagabend mit. Die russischen Truppen hätten eine mehrfache Überlegenheit, hieß es. Eine weitere Verteidigung hätte daher "fatale Folgen". Am Mittag hatte Kiew noch erste Berichte aus Moskau über die erfolgreiche Einnahme der Stadt dementiert.

    Lissitschansk war die letzte größere Bastion der Ukrainer im Gebiet Lugansk. Deren Einnahme gehört zu den von Russland benannten vorrangigen Zielen der Militäroperation in der Ukraine.

  • 20:08 Uhr

    Scholz warnt vor Fähigkeit Russlands, längeren Einsatz in der Ukraine zu unterhalten

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Entscheidung für den Beginn der Militäroperation in der Ukraine nach Ansicht von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit deutlichem Vorlauf getroffen. "Ich denke, die Entscheidung für diesen Krieg wurde ein Jahr vor seinem Beginn getroffen, oder möglicherweise schon früher", sagte er in einem am Sonntag komplett veröffentlichten Interview des US-Senders CBS. Deswegen werde Russland genügend Ressourcen für einen längeren militärischen Einsatz in der Ukraine haben, erläuterte Scholz weiter auf Englisch. Das Gespräch wurde nach dem Nato-Gipfel in Madrid geführt, der am Donnerstag beendet war.

    Scholz erklärte zudem, dass es falsch gewesen sei, sich in der Vergangenheit einseitig abhängig von russischer Energie zu machen. "Wir hätten also in ganz Europa in eine Infrastruktur investieren sollen, die uns die Möglichkeit gibt, das Angebot von einem Tag auf den anderen zu ändern", sagte Scholz. 

  • 19:10 Uhr

    Lawrow: Westliche Sanktionen zielen auf Bestrafung und Unterwerfung von Andersdenkenden ab

    Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat erklärt, dass die westlichen Sanktionen darauf abzielen, Andersdenkende zu bestrafen und sie ihrem Willen zu unterwerfen. Der russische Spitzendiplomat bekräftigte, dass die jetzigen wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Westens hausgemacht seien. Lawrow fügte hinzu:

    "Das gilt auch für die Sanktionen, die nicht erst seit gestern bestehen und darauf abzielen, Andersdenkende zu bestrafen, sie ihrem Willen und ihren Interessen unterzuordnen und die Bedürfnisse aller anderen zu ignorieren."

    Der russische Außenminister erklärte zudem, dass es im Westen keinen Liberalismus mehr gebe, sondern "eine neoliberale Doktrin und Politik".

  • 18:01 Uhr

    Bericht: Ukrainische Truppen beschießen Makejewka mit Granaten im NATO-Kaliber

    Ukrainische Truppen haben um 17.20 Uhr Ortszeit drei Granaten des NATO-Kalibers 155 Millimeter im Bezirk Tscherwonogwardejskij von Makajewka abgefeuert, wie die Vertretung der Donezker Volksrepublik beim Gemeinsamen Zentrum für Kontrolle und Koordination, einem im Rahmen des Minsker Abkommens geschaffenen Gremium, mitteilte. Die Vertretung erklärte auf Telegramm:

    "Der Beschuss durch die ukrainische bewaffnete Formationen AFU in Richtung Siedlung Makajewka (Bezirk Tscherwonogwardejskij): Drei Granaten des Kalibers 155 Millimeter wurden abgefeuert."

    Artillerie des Kalibers 155 Millimeter wird von den NATO-Ländern eingesetzt. Die Ukraine hat auch ein einziges Exemplar der selbstfahrenden Radartillerie Bogdan für dieses Kaliber entwickelt und hergestellt. Zuvor hatten die Vereinigten Staaten der Ukraine 155-mm-Haubitzen des Typs M777 mit großer Reichweite geliefert, die von den ukrainischen Truppen bereits zur Beschießung von Städten, darunter auch Donezk, eingesetzt wurden, was zum Tod von Zivilisten führte.

  • 17:55 Uhr

    Steinmeier spricht sich gegen Verhandlungsdruck auf Ukraine aus

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich dagegen ausgesprochen, die Ukraine zu Verhandlungen über ein Ende des Krieges mit Russland zu drängen. Steinmeier sagte am Sonntag im ZDF-Sommerinterview:

    "Die Ukraine muss ihre Souveränität, muss ihre territoriale Integrität, muss ihre Unabhängigkeit wiedergewinnen."

    Offen sei die Frage, wie dieser Krieg und das Blutvergießen beendet werden können. Derzeit sehe es so aus, dass die Entscheidung auf dem Schlachtfeld gesucht werde. Die Erfahrung zeige aber, dass jeder Krieg am Ende am Verhandlungstisch beendet werde. Die Schlussfolgerung daraus sei:

    "Wir müssen die Ukraine in eine Lage versetzen, in der sie etwas zu verhandeln hat, indem wir sie stark machen, bevor Verhandlungen beginnen."

    Er fügte hinzu:

    "Wir werden die Ukraine nicht drängen. Es bleibt und ist eine Entscheidung der Ukraine, wann sie diesen Weg geht." Solange werde man die Ukraine unterstützen.

    Die Militäroperation Russlands in der Ukraine bezeichnete Steinmeier als "Epochenbruch". Zu den Auswirkungen des Konfliktes auf Deutschland sagte er:

    "Es kann auch sein, dass wir mehrere harte Jahre vor uns haben."

  • 16:50 Uhr

    Maria Sacharowa kommentiert Angriff auf Belgorod und droht Konsequenzen an

    Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa äußerte sich zu der ukrainischen Attacke auf die Stadt Belgorod. In einem Interview für den Fernsehsender Rossija-24 sagte die Diplomatin, die Regierung in Kiew und ihre westlichen Mentoren würden für ihre Provokationen auf dem russischen Territorium bezahlen.   

    "Bislang halten wir uns mit solchen Schritten zurück, aber wir werden die Entwicklung der Situation sehr aufmerksam beobachten. Diejenigen, die auf diese Art und Weise handeln, müssen wissen, dass sie was erleben werden, sollten die Provokationen andauern."

    Moskau begreife, dass die Ukraine diese Handlungen mit ihren westlichen Mentoren abgestimmt habe. Wahrscheinlich habe Kiew sogar den entsprechenden Tipp bekommen. Das Ziel des Angriffs sei gewesen, Moskau zu Gegenangriffen zu provozieren und somit die antirussische Hysterie weiter zu schüren, fügte Sacharowa hinzu.

    Die Ukraine hat sich zu der Attacke bislang nicht bekannt. Nach Angaben der Behörden in Belgorod waren durch den ukrainischen Raketenangriff am frühen Sonntagmorgen vier Menschen, darunter drei ukrainische Bürger, ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen, darunter ein Kind, erlitten Verletzungen. Insgesamt wurden in der Stadt 21 Mehrfamilienhäuser und 40 Privathäuser beschädigt.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team