
Südkorea: Explosion in Rüstungsfabrik - Fünf Tote

Betroffen war eine Fabrik des südkoreanischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns Hanwha Aerospace in der Millionenstadt Daejeon, die etwa 140 Kilometer von der Hauptstadt Seoul entfernt liegt. Es soll sich um eine Produktionsanlage für Raketentreibstoff handeln. Das Unternehmen produziert dort auch große Antriebsmotoren und taktische Boden-Boden-Waffen.
Medienberichten zufolge ereignete sich die Explosion am Montagvormittag (Ortszeit). Von außen waren dunkle Rauchschwaden zu sehen, die aus dem Gebäude stiegen. Die Notrufmeldung ging um 10:59 Uhr ein, gegen 13:07 Uhr konnte die Feuerwehr die vollständige Löschung des Feuers vermelden. Im Einsatz waren rund 100 Feuerwehrleute.

Die Explosion forderte neben den fünf Todesopfern auch zwei Verletzte. Einer der Verletzten hat starke Verbrennungen am ganzen Körper. Die beiden Überlebenden haben sich nach Angaben der Feuerwehr selbst aus der Fabrik retten können. Wie ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens bei einer Pressekonferenz bekannt gab, ist eine Identifizierung der Toten bisher nicht möglich gewesen. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen.
Ein Vertreter des Konzerns erklärte gegenüber der Presse, man gehe von einem Unfall aus. Bei der Reinigung von Werkzeug von explosiven Rückständen sei es zu der Explosion gekommen. Die südkoreanischen Behörden leiteten eine Untersuchung des Unfallhergangs ein.
Die militärischen Sicherheitsbestimmungen erschweren dabei die Ermittlungen. So zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Behördenmitarbeiter, dem zufolge der Grundriss der Fabrik nicht einsehbar sei. Währenddessen gaben die Aktien des Konzerns im Nachmittagshandel um 2,8 Prozent nach.
Die Konzernleitung entschuldigte sich gegenüber den Angehörigen der Opfer und versicherte, sie werde mit den Ermittlern kooperieren. Auch der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung ordnete die Aufklärung des Unglücks an und ließ Ressourcen für die Rettungsarbeiten in der betroffenen Stadt Daejeon bereitstellen. Arbeitsminister Kim Young-hoon besuchte noch am selben Tag den Ort des Geschehens.
Am Unternehmensstandort Daejon kam es bereits in der Vergangenheit zu einer Anzahl gravierender Unglücksfälle. Im Mai 2018 waren fünf Arbeiter bei einer Explosion gestorben, im Jahr darauf hatte es drei Tote gegeben.
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